Das nitsch museum Mistelbach hat am Samstag die Saison 2026 mit der Ausstellung „Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an“ eröffnet. Die von Julia Moebus-Puck, Direktorin der Sammlungen im Wiener Aktionismus Museum, kuratierte Ausstellung widmet sich Nitschs Bezügen zum Sakralen und zur christlichen Liturgie und zeichnet seine künstlerische Entwicklung von 1980 bis 2022 nach. Die Ausstellung versteht sich als sakraler Erfahrungsraum – als Begegnung mit der Kunst und mit sich selbst.
„ich wollte kirchenmaler werden“, sagte Hermann Nitsch. Das Sakrale bildet den Kern seines Orgien Mysterien Theaters. Seit 1957 verstand er religiöse Rituale als sinnliche Verdichtungen existenzieller Erfahrung. Liturgische Farben, Kreuze und Monstranzen sind in seinem Werk keine Zitate, sondern Ausdruck eines radikalen künstlerischen Anspruchs: Leben in all seinen Extremen erfahrbar zu machen.
Die Ausstellung fokussiert die sakrale Motivsprache Nitschs seit den frühen 1970er-Jahren. „Sakral“ bedeutet dabei die Summe der gesamten Seinserfahrung. Malereien, Landschaftsaufnahmen, Videos und Klang verdichten sich zu einem atmosphärischen Erfahrungsraum, in dem Zeitlichkeit, Natur und Intensität zentral erfahrbar werden. Die Natur des Weinviertels wird zum Resonanzraum des Werks.
Die visuelle und klangliche Dramaturgie durch die Ausstellung wird durch den Farbverlauf der liturgischen Farben – rot, orange, gelb, weiß, schwarz, grün und violett – bestimmt. Zwei Kapellenräume – ein Raum der Stille und ein Raum der Landschaft mit vier von Nitsch selbst mit der Handkamera aufgenommenen Videos – vervollständigen die Ausstellung. Ergänzt wird die Schau durch Bildgedichte von Heinz Cibulka.
Im 6-Tage-Spiel, dem umfassendsten Projekt des Orgien Mysterien Theaters, beginnt jede Phase „von sonnenaufgang an“ – die Natur bestimmt den Rhythmus. Die Ausstellung zeigt das Orgien Mysterien Theater als visionären Versuch, existenzielle Tiefe neu erfahrbar zu machen.
Zur Eröffnung wurde ein eigens komponiertes Klangwerk von Amar Priganica und Ina Ebenberger präsentiert, das nun als integraler Bestandteil der Ausstellung zu hören ist.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Wiener Aktionismus Museum.
Kuratorin:
Julia Moebus-Puck M.A., Direktorin der Sammlungen im Wiener Aktionismus Museum
Ausstellungsdauer:
22. März – 29. November 2026
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PR-Strategie, Medienarbeit