Die neue Jahresausstellung im nitsch museum Mistelbach zeigt von 30. März bis 30. November 2025 die persönliche Sicht des Sammlers und Kurators Karlheinz Essl auf den Künstler und Freund Hermann Nitsch (1938–2022). Die Sensation der Ausstellung ist das „weiße Bild“, ein einzigartiges, großformatiges Werk von Hermann Nitsch aus dem Jahr 2017, das gänzlich in weißer Farbe gehalten ist, und das bisher noch nie zu sehen war.
„Mein Nitsch“ gibt tiefe, neue und äußerst ungewöhnliche Einblicke in das Werk des Jahrhundertkünstlers Hermann Nitsch. Karlheinz Essl hat dafür seine umfassenden Archive und seine private Kunstsammlung geöffnet. Zu sehen gibt es bisher noch wenig oder nie gezeigte Werke Nitschs.
Sammler und Künstler haben eine intensive Korrespondenz geführt. Karlheinz Essl macht bisher unveröffentlichte Texte Nitschs zugänglich, gibt Anekdoten preis, die den Künstler dem Publikum näherbringen, und lässt Einblicke in einen langewährenden Diskurs zu, der sich um Fragen von Philosophie, Spiritualität und Existenz drehte.
„Nitsch ist zweifellos ein Jahrhundertkünstler. ‚Mein Nitsch‘ ist mein sehr persönlicher Beitrag, um ihm noch einmal näherzukommen und dem Publikum eine Facette von ihm zu zeigen, die zu wenigen bewusst ist – seine sensible, nachdenkliche und sehr lebensbejahende Seite. Welche Fragen haben ihn angetrieben? Wie ist er mit dem Tod umgegangen? Warum sind seine Werke immer heller und farbiger geworden? Ich zeige den Menschen und den Künstler Nitsch, wie man ihn vielleicht noch nie gesehen hat“, so Karlheinz Essl.

Die Ausstellung ist einerseits Zeugnis einer jahrzehntelangen Künstler-Sammler-Beziehung, die Mitte der 1980er Jahre ihren Anfang nahm. Bald war Nitsch einer der wichtigsten Pfeiler der Sammlung Essl, die wie keine andere Sammlung die österreichische Gegenwartskunst nach 1945 abbildet. Auf Einladung der Familie Essl veranstaltete Nitsch im Jahr 1996 im Schömer-Haus, der damaligen Kunst- und Unternehmenszentrale der Familie Essl, seine 38. Malaktion, und später, im neu gebauten Essl Museum, eine weitere Aktion. Karlheinz Essl stellte mit dem Künstler eine Nitsch-Kapelle zusammen, die aus Werken des Orgien-Mysterien-Theaters besteht, und die Eingang in die Sammlung Essl fand. Häufig waren Nitschs Werke in den Ausstellungen des Essl Museums zu sehen, zudem widmete ihm der Sammler zwei Einzelschauen. Über die klassische Künstler-Sammler-Beziehung hinaus entwickelte sich zwischen Hermann Nitsch und Karlheinz Essl aber auch eine intensive Freundschaft. Man traf sich häufig privat, veranstaltete gemeinsame Reisen und pflegte einen intensiven Austausch, der weit über den Alltag hinausging. Karlheinz Essl und Hermann Nitsch interviewten sich gegenseitig, sie beschrieben einander ihre Weltbilder und diskutierten existentielle Fragen.
All dem trägt die Ausstellung „Mein Nitsch“ Rechnung, in der Karlheinz Essl Werke aus Nitschs Hauptschaffensphase sowie aus seinen letzten Lebensjahren gegenüberstellt. In 14 Stationen, die das Herz der Ausstellung bilden, kombiniert der Sammler und Kurator Zitate von Nitsch mit Artefakten aus dessen Werk sowie mit Bildern aus unterschiedlichen Schaffensphasen. Insbesondere die letzten Werke, die Nitsch kurz vor seinem Tod schuf, sind von intensiver Farbigkeit geprägt. Nitschs Bedeutung für die Gegenwart unterstreichen die Beiträge von sieben namhaften Autor:innen (Ann Cotten, Ana Marwan, Hanno Millesi, Alexander Peer, Michael Stavarič, Katharina Tiwald, Magda Woitzuck), die exklusive Texte zu den Stationen verfasst haben.
Das großformatige „weiße Bild“ wird zentral in der Ausstellung präsentiert. Ebenso gibt es Videos der 38. Malaktion und von Nitschs Begräbnis, das ebenso als künstlerischer Akt von ihm inszeniert war, zu sehen. Ein Raum der Stille lädt zur Kontemplation mit einem Werk von Nitsch.
Karlheinz Essl
ist Kunstsammler und Museumsgründer. Er gründete und leitete eine der größten und bekanntesten Baumarktketten Europas. Seit den 1970er Jahren baute er, gemeinsam mit seiner Frau Agnes, die Sammlung Essl, eine der größten und bedeutendsten Sammlungen für Gegenwartskunst, auf. 1999 eröffnete er das Essl Museum, eines der ersten privaten Kunstmuseen Europas, in dem bis 2016 mehr als 200 Ausstellungen zu sehen waren, von denen er viele selbst kuratierte. Der Fokus in seinen Ausstellungs- und Sammlungstätigkeiten liegt neben internationaler Kunst von Europa über die USA bis Asien auf der österreichischen Kunst nach 1945.
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